Das Ende einer Reise

Dienstag, 29.05.2012

Mit einem Reisebus, den ich auch ganz fuer mich alleine habe, fahre ich in die Hauptstadt Jakarta, wo ich Anselm wieder treffe. Jakarta ist die nicht nur die groesste Stadt , in der ich jemals war, sondern auch die dreckigste, lauteste und ueberfuellteste. Mich wundert es nach einer Stunde Jakarta nicht, warum mir jeder abgeraten hat diese Stadt zu besuchen. Ich bin der Meinung man sollte aber auch immer die Hauptstadt eines Landes besuchen, und schliesslich hat Obama hier auch mal eine ganze Zeit lang gelebt - wie er das ausgehalten hat ist mir allerdings ein Raetsel. Ich will eigentlich garnicht gross auf Jakarta eingehen, hier gibt es nichts von Interesse, es ist einfach nur anstrengend. Wir schlagen hier die Zeit tot und warten auf unser Flugzeug - kein wuerdiger Abschluss..

 

Manman und schon sind 4 Monate vorbei. Mir kommt es wie gestern vor, dass ich aus dem Flughafen Bangkoks getreten bin, aber wie eine halbe Ewigkeit, dass ich Freiburg verlassen habe. Die Zeit vergeht eben schnell, wenn man ein Abenteuer nach dem anderen erlebt. Natuerlich erschoepft das auch - mit Sicherheit koennte ich auch noch einige Monate laenger in Asien verbringen, weill die Laender hier einfach unglaublich Facettenreich sind. 

Reist man eine so lange Zeit durch komplett verschiedene Laender bekommt man auch ein anderes Lebensgefuehl. Man hat weniger Ansprueche und beschwert sich nicht ueber Kleinigkeiten, sondern macht das beste aus dem was man hat. Haette ich zuvor in Deutschland im Essen eine Made gefunden, waer das ganze in den Muell geflogen - in Asien schmeisst man die Made halt weg und isst weiter. 

Gleichzeitig habe ich gelernt offener zu sein fuer das, was sich um mich herum abspielt. Ist natuerlich auch ueberlebenswichtig, wenn man nicht vereinsamen moechte. 

Reisen findet nur zu einem Teil auf der Karte statt, der groesste Teil passiert im Gehirn, dass sich entwickelt, erweitert, lernt und anpasst.

Dies ist der letzte Blogeintrag. Morgen geht mein Flugzeug in die Heimat.

Danke, dass ihr bis zum Ende mitgelesen habt!

Ich freue mich wahnsinnig auf euch!

Bis ganz bald

Euer Julius 

=)

Surfen in Pangandaran

Dienstag, 29.05.2012

Den Fehler mit einem Localbus zu fahren, wenn es auch noch andere Moeglichkeiten gibt, mache ich nicht nochmal. So goenne ich mir den Luxus und miete mir einen Shuttelbus. Weil keine Touristen unterwegs sind hab ich den ganzen Bus auch fuer mich alleine. Bei so einer Fahrt kann man natuerlich auch mal das geniessen, was sich vor dem Fenster abspielt. Ich fahre durch das Herz Javas und komme durch Doerfer, dessen Bewohner die Kleidung wohl noch nicht erfunden haben oder aus mir unbekannten Gruenden ablehnen. Die Strassen sind eine Katastrophe - wenn man sie noch als Strassen bezeichnen kann. Man bewegt sich eigentlich im Schritttempo ueber ein einziges riesiges Schlagloch. 

Pangandran, einst ein riesiges Touristenzentrum hat die Wucht des Tsunamis voll abbekommen. Durch seine Lage auch noch von beiden Seiten. Der Ort erholt sich langsam, bleibt aber von auslaendischen Touristen weitgehend verschont, lediglich Touristen aus Indonesien trifft man hier viele. 

Wie immer in ruhigeren Orten habe ich keine Probleme mich mit den Einheimischen anzufreunden. An meinem ersten Tag treffe ich den Einheimischen Rayded. Er erzaehlt mir seine traurige Lebensgeschichte, dass er bei dem Tsunami seine Eltern verloren hat und sein Bruder blind wurde. Sein Haus ist komplett zerstoert und er lebt in einer selbstzusammengebastelten Huette. Sein ganzer Stolz ist sein Fahrrad, dass er von einem Hollaender geschenkt bekommen hat. Er ist eigentlich Guide, kann sich aber nicht leisten ein motorisiertes Gefahert zu mieten, um die Touristen umherzufahren. Ich miete ihm einen Motorroller und fahre mit ihm ueber die Insel. Dabei klaert er mich ueber das wahre Gesicht Indonesiens und dessen Regierung auf. Eine Regierung, die keine Hilfe fuer Menschen wie Rayded hat. Er faehrt mich zu seinem Dorf, wo hauptsaechlich brauenr Zucker hergestellt wird. Dazu muessen die Arbeiter taeglich 50 Palmen hochklettern, um an Kokosnuesse zu kommen, die zur Herstellung benoetigt werden. 

Rayded tut mir unglaublich leid, sein Geld reicht kaum aus um sich essen zu kaufen. Er kommt mich in den folgenden Tagen immer weniger besuchen. Ich versuche Kontakt zur Indonesichen Caritas aufzubauen, bekomme aber keine Antwort. Das Geld, was ich ihm ab und zu zustecke nimmt er nur wiederwillig an. Das letzte mal sehe ich ihn, als er auf dem Weg ist sein Fahrrad zu verkaufen. Danach sehe ich ihn nie wieder.

Rayded.

Pangandaran ist ein Ort, der sich super zum Surfen eignet. Ich als totaler Beginner nehme einen Kurs mit einem Einheimischen. Nachdem man gefuehlte hundert mal von den riesigen Wellen gnadenlos weggefegt wird schafft man es endlich mal auf das Brett zu steigen. Das Gefuehl ist einzigartig! Ich verliebe mich schnell in den Sport und stehe danach fast jeden Tag von morgens bis nachmittags auf dem Board. 

Strand von Pangandaran. 

Ich freunde mich auch noch mit den Besitzern von zwei Restaurants an, mit denen ich die Abende verbringe. Die Natur hat auch einiges zu bieten und so sieht man neben vielen Affenarten auch noch Stachelschweine und Flughunde. Ich verbringe eine wahnsinnig tolle Zeit in Pangandaran und bin traurig, als ich gehen muss. Zum Abschied werde ich zu einem grossen Fischbarbeque eingeladen, dass ich, wie es in Indonesien so ueblich ist, mit den Haenden esse. Schwierig wird es bei Reis und Nudeln und waehrend es bei mir aussieht wie ein Kind, dass Hilfe beim Essen braucht, schaffen die Indonesier diese Art zu Essen in einer einzigartigen Eleganz. 

Nun bin ich in Jakarta meiner letzten Station.

Bis Bald 

Euer Julius

Der Hoellentrip nach Yogyakarta

Dienstag, 22.05.2012

Von Ubud fahre ich an die groesste Busstation von Bali, um nach Java ueberzusetzen und um nach Yogya zu fahren, eine Stadt von der ich bis dahin nur Gutes gehoert habe. Ich nehme einen Local Bus und bin auch der einzige, der kein Local ist und beginne eine Busfahrt, die ich so schnell nicht vergessen werde.

Faengt eigentlich einigermassen komfortabel an. Der Bus ist gross, ab und an kommen fahrende Haendler in den Bus und verkaufen Getraenke und Nasi Goreng und ich kann trotz des Nonstop Karaokesingsangs im Bus die Landschaft Balis geniessen. Als wir in Java ankommen heisst es es sind jetzt noch 7 Stunden bis nach Yogyakarta - Zeit fuer ein Nickerchen. Waehrend ich schlafe steigen immer wieder Leute ein und aus und als ich aufwache bekomme ich den Schock meines Lebens. Die Tasche mit Kreditkare, Bargeld und Reisepass ist weg! Gestohlen. Nachdem ich mir einige Szenarios ausmale, was ich ohne Geld und Reisepass machen kann, damit ich wieder an beides komme und ich zu dem Schluss komme, dass ich nichts machen kann und meine Situation schlimmer nicht sein koennte gerate ich in Panik. Ich versuche meinen Sitznachbarn klar zu machen, dass ich bestohlen wurde und ich Hilfe brauche, leider spricht keiner auch nur ein Wort Englisch. Der Busfahrer bemerkt den Aufruhr udn stoppt den Bus. Er kommt nach hinten und reicht mir meine Tasche? "Yours?" YES! Meine! ich kann mein Glueck kaum fassen. Es ist alles noch drin. Lediglich das Bargeld fehlt, war aber umgerechnet sowieso nicht mehr als ein Euro. Da kann sich der Dieb dann von mir aus ein Cornettoeis von kaufen. Der Busfahrer spricht Englisch und erzaehlt, dass einer der fahrenden Haendler bei einer Pause erwischt worden waere, wie er die Tasche durchwuehlt habe, das Geld genommen habe und dann gefluechtet sei. Der Busfahrer hat dann die Tasche genommen und vorne bei sich sicher aufbewahrt. Mann hab ich Glueck gehabt.

Die folgende Busfahrt wird aber auch nicht besser. Aus den 7 Stunden Fahrt werden 24 Stunden. Dabei wird andauernd der Bus gewechselt - in keinem habe ich einen Sitzplatz. Am schlimmsten ist der letzte Bus. Der Bus ist so zum Bersten voll, dass ich vorne neben dem Busfahrer an der Frontscheibe auf dem Boden sitze. Ich habe etwa so viel Bewegunsspielraum wie ein weiblicher Fan bei einem kostenlosen Konzert von Justin Biber. Der Verkehr ist noch schlimmer als in Thailand, wer zuerst hupt hat Vorfahrt. Bei einer Fahrt inklusive Vollbremsungen im Sekundentakt muss ich die ganze Zeit ueber mein halbes Koerpergewicht gegen die Frontscheibe druecken, um nicht nach vorne zu fliegen. Nachdem ich meine Arme nicht mehr spuere und die Menschen um mich auch noch alle anfangen zu husten, habe ich fuer die tolle Landschaft draussen nicht mehr uebrig als einen duesteren Blick - an Schlaf ist natuerlich sowieso nicht zu denken.

Am Ende meiner Kraefte komme ich um 4 Uhr Morgens in Yogya an und beziehe eine schmuddelige, fensterlose Unterkunft in der groesse einer Rumpelkammer, die dazu nach Rauch stinkt. Am naechsten Tag bin ich krank - Mandelentzuendung. Ich gehe ins Krankenhaus um mir Antibiotika zu bersorgen und muss feststellen, dass die Aerztin herzlich wenig von ihrem Job versteht. Aspirin gegen eine Mandelentzuendung ist naemlich wirklich wahnsinnig hilflos.

Verstaendlich, dass ich fuer die Stadt Yogya unter diesen Umstaenden nicht viel uebrig habe. Sie ist laut, vollgestopft und schmutzig. Auf der Hauptstrasse wird man alle fuenf Minuten fotografiert - ohne gefragt zu werden. Ich komme sogar ins Fernsehen, indem ich interviewt werde. Ich bin sicher Yogya hat auch tolle Seiten, so ist sie doch immerhin die Universitaetsstadt von Java und unterrichtet Studenten aus aller Welt, ich bin jedoch zu lustlos irgendetwas davon zu erkunden. Lediglich die Batikkunst interessiert mich. Eine Art, der Malerei, fuer die Indonesien beruehmt ist. Ich gehe in ein Kuenstleratelier und lasse mir das Handwerk erklaeren und darf sogar selber auch mal probieren.

Schnell plane ich meine Flucht aus der Stadt und veschwinde nach 3 Tagen wieder aus der Stadt.

Ich bin jetzt schon seit einer Woche an einem wahnsinnig schoenen und ruhigen Ort, bin wieder gesund und fuehle mich wohl hier! Ich werde hier meine restliche Zeit verbringen, bis ich dann den Anselm am 25. wieder in Jakarta - meiner letzten Station - treffen werde.

Sampai jumpa und bis bald

Euer Julius

Ubud - Die Kulturstadt Bali

Samstag, 12.05.2012

Mit dem Bus entkomme ich dem australischen Ballermann Kuta und fahre in eine weitaus interessantere Stadt: Ubud. Ubud wird als Kulturzentrum von Bali bezeichnet und macht diesem Beinahmen auch alle Ehre. Ubud ist beruehmt fuer seine zahlreichen Kuenstler, die ueberall in der Stadt Ihre Batikmalereien und handgemachten Gegenstaende anbieten. Gleichzeitig gibt es keinen anderen Ort auf Bali, an dem es so viele Buecher gibt. Wer hierher kommt sollte sich auch unbedingt einen traditionellen Tanz anschauen.

Wie so oft in Asien muss man sich nicht oft nach einer Unterkunft umschauen, sondern muss sich nur eines von den Angeboten aussuchen. Ich werde von Widia, einem freundlichen und unheimlich froehlichen Menschen, auf der Strasse aufgepickt und zu seiner Unterkunft gefahren, die abseits der Touristenstrasse liegt. Der Tourismus hat der Stadt nicht geschadet und sie wirkt immer noch wahnsinnig authentisch. Meine Unterkunft liegt in einer wahnsinnig schoenen und ruhigen Strasse. Bali ist der einzige Ort Indonesien, wo die Hinduisten die Mehrheit darstellen, der Rest Indonesiens ist muslimisch. Somit kommt man hier wunderbar mit dieser Religion in Beruehrung. Morgens sieht man ueberall Frauen mit kleinen, aus Palmblaettern gefalteten Behaeltern, in die kleine Opfergaben wie Blumen, Bonbons und Zigaretten gelegt werden und die ueberall auf die Strasse gestellt werden. Sieht wahnsinnig huebsch aus, man muss nur aufpassen, dass man nicht aus Versehen drauftritt. Die Hauseingaenge hier sehen alle aus wie Eingaenge zu einem Tempel, fuehren erst in einen grossen Hof und von dort in verschiedene kleine Haeusschen, in denen sich die Familie verteilt.

Hauseingang.

Diese Eingaenge saeumen die ganze Strasse. Auch sonst fuehlt man sich wie in eine andere Welt versetzt. Am Himmel fliegen, oft wahnsinnig weit oben, jede Menge Papierdrachen, in kleinen Baechen am Strassenrand sieht man morgens oft Frauen die Waesche waschen, abends sitzen die alten Menschen am Strassenrand, unterhalten sich ueber den Tag und tragen manchmal Hahnenkaempfe aus! Ein brutales Wettspiel, dass erst dann zu Ende ist, wenn einer der Haehne aufhoert zu atmen, 

In Ubud kann man jede Menge unternehmen. Ich als Affenfan kann mir natuerlich nicht das Affenheiligtum entgehen lassen. Das Affenheiligtum ist ein Tempel umgeben von einem Dschungelstueck und einer grossen Affengruppe! Man laeuft direkt neben ihnen herum, also keine Absperrung oder sonst was. Die Affen sind ziemlich frech und reagieren auch etwas aggressiv. Als ich einem mit meiner Kamera zu nahe komme, werde ich angegriffen, weiche aber rechtzeitig aus. Hier ein paar Bilder:

Dieses Bild entstand, nachdem der Affe sich mit einem anderen Affen "gepruegelt" hat und verloren hat.

Der Denker.

Kleine Affenfamilie.

Beim Umherlaufen sehe ich ein Affenbaby, dass eine schwere Kopfverletzung hat abseits umhersitzt und traurige Geraeusche von sich gibt. Das bricht mir fast das Herz. Spaeter sehe ich allerdings wie sich ein anderer Affe herzzerreissend um den kleinen kuemmert.

Erwachsener kuemmert sich um ein schwerverletztes Affenbaby.

Hinduistische Statue am Affenheiligtum.

Ich organisiere mir einen Guide, der mich zu den wichtigsten Tempeln und tollsten Landschaften in Bali faehrt. 

Weite Reisfelder, Dschungel und Berge - die Landschaft in Bali ist einzigartig.

Ich besuche bei dieser Tour viele Interessante Tempel, bei dem ich auch kleine Einblicke in die hinduistische Religion bekomme. So muss ich mich auch als Tourist an den "Dresscode" halten und einen traditionellen Sarong beim Betreten eines Tempels tragen.

Waschritual im "Tempel der heiligen Quelle"

Noch ein atemberaubender Ausblick.

Wie besuchen auch eine Kaffeeplantage, wo es den Kaffee gibt, der aus Katzenkacke hergestellt wird und der in Europa unbezahlbar ist. Hier kostet er 4 Euro. Fuer mich schmeckt er wie normaler Kaffee mit ein bisschen Schokolade. Keine Ahnung wer dafuer so viel Geld ausgeben will. Ich probiere auch noch Gingsengkaffee, der fuer "Honeymoonhours" gut ist, wie mir mein Guide erklaert.

Wir besuchen auch Balis groesste Tempelanlage. Hier laufen ueberall Einheimische rum, die einem sagen, dass man nur mit ihrer (bezahlten) Fuehrung in den Tempel kommt - ist Bloedsinn. Man muss hier immer etwas aufpassen, wem man traut. 

Die Tempelanlage ist jedenfalls wahnsinnig schoen und wirklich riesig!

Kleiner Teil der auf einem Huegel gelegenen Tempelanlage.

Ich schaue mir auch einen traditionellen Tanz an. Die Kostueme und Masken sind irre. Die Musik besteht aus einem grossen Maennerchor, der sich wie in Trance dazu bewegt - auch bei dem Klang faellt man leicht in Trance. Der Tanz findet vor allem in den Fingern statt, das Gesicht bleibt fast puppengleich ohen Veraenderung. Widia erklaert mir, dass man schon als Kind lernt seine Finger bis zum Handruecken zu biegen, um diesen Tanz tanzen zu koennen. Waehrend des Tanzes wird eine Geschichte um einen Streit ueber eine Frau dargestellt. Da die Erlaeuterungen auf indonesisch ist verstehe ich aber auch nicht wirklich viel von der Geschichte. Irre war es trotzdem. Den Abschluss stellt ein in Trance versetzter Mann dar, der durch brennende Kokusnussschalen laeuft, scheinbar ohne Schmerzen dabei zu empfinden. Schon ziemlich verrueckt.

An meinem letzten Tag nimmt mich Widia auf eine echte hinduistische Zeremonie mit. Da reicht der Sarong nicht mehr - hierzu bekomme ich ein komplettes hinduistisches Kostuem. Einen Sarong, ein Hemd und eine Art Turban. Die Zeremonie ist wie eine Art Festivalgelaende, das sich rund um Religion dreht. Auf einem grossen Platz sieht man Menschen beten, ein paar Meter weiter sieht man zwei maskierte Schauspieler, die eine hidnuistische Geschichte darstellen.

Betende Hindus.

Auch gibt es hier allerlei Essensstaende. Ich wage mich vom Spanferkel zu probieren, was ziemlich gut ist, und kaufe mir noch eine Packung mit allen moeglichen Teigtaschen, die alle hervorragend schmecken, obwohl ich bei 80% nicht sagen kann, was ueberhaupt drin ist.

Was etwas unpassend erscheint sind einige Ecken auf dem Gelaende, in denen Gluecksspiel gespielt wird. Das liegt daran, dass die Zeit waehrend der Zeremonie die einzige ist, in  der Gluecksspiel legal ist.

Hindus beim Gluecksspiel.

Mir erscheint der Hinduismus eine wirklich schoene Religion, die nach keiner Seite aggressiv ist. Das ist vielleicht der Grund, warum sich auch einige Auslaender in Ubud eingenistet haben und richtige Hippilaeden fuehren. 

Ubud hat mir wahnsinnig gut gefallen. Es gibt vieles zu entdecken, neben den quirligen Maerkten und der belebten Hauptstrasse, kann man auch in unheimlich ruhigen und verwinkelten Strassen spazieren oder durch die weiten Reisfelder des Umlands laufen.

Wer auf Bali geht, sollte unbedingt auch in Ubud vorbeikommen!

Ich bin jetzt in Java, naechster Eintrag geht um die Stadt Yogyakarta!

Bis bald

Klickt wieder vorbei

Euer Julius

Ich, Kuta Beach und ein schwuler Friseur

Samstag, 05.05.2012

Mit dem Flugzeug fliege ich zuerst nach Kuala Lumpur und von dort aus nach Bali. Duemmer als ich haette man das ganze aber nicht buchen koennen und so muss ich 17 Stunden im Flughafen von Bali verbringen. Weil der Preis zur Gepaeckaufbewahrung Wucher ist, muss ich auch noch die ganze Zeit darauf aufpassen. So finde ich kaum Schlaf. Als ich endlich eine ruhige Ecke gefunden habe und gerade am einschlafen bin, oeffnet das Geschaeft neben mir mit dem Soundtrack von dem Film "Requiem for a Dream" in Clublautstaerke. Super! Heroischer kann man seinen Postkartenladen wirklich nicht oeffnen. Jedenfalls komme ich total uebermuedet auf Bali an.

Wie es in Asien so ueblich ist wird man in einem neuen Land erstmal begruesst, indem man ueber den Tisch gezogen wird. Als ich lande kommt kurz darauf ein Einheimischer, schnappt mein Gepaeck und laeuft davon - ich natuerlich schnurstracks hinterher. Hinter dem Zoll wartet er auf mich und streckt seine Hand aus - Geld bitte, fuers Gepaecktragen. Der grimmig schauende Polizist neben ihm laesst mir keine Wahl. Danach bekomme ich eine Taxifahrt zu unmenschlichen Tarifen - Welcome to Indonesia, sagt er beim Einsacken des Geldes; irgendwie sarkastisch.

Die Unterkuenfte sind hier am Kuta Beach alle recht teuer und so ist ein Zimmer fuer 8 Euro die Nacht das guenstigste, was ich finden kann. Dafuer aber auch echt ein tolles Zimmer! Wie zu erwarten ist der Ort hier ueberlaufen von Pauschaltouristen, die sich tagsueber die Haut rotbrennen und abends groelend durch die Strassen ziehen. Die Haendler hier sind wahnsinnig aufdringlich und nicht besonders freundlich zu Auslaendern, kein Wunder, wenn man sieht was fuer Leute hierher kommen.

Ich wollte hier ja eigentlich hin um surfen zu lernen und der Reisefuehrer sagt, dass Kuta Beach die beste Anlaufstelle fuer Anfaenger ist. Der Strand hier ist auch ein wahres Surferparadies. Schwimmen verboten - ausschliesslich surfen, weshalb der Strand auch nicht allzu ueberlaufen ist. Gleichmaessig kommen hier bis zu 5 Meter hohe Wellen an die Kueste und man kann den zahlreichen Surfern bei ihren Kunsstuecken zuschauen.

Kuta Beach - Surferparadies.

Ich gehe am ersten Tag zum Friseur. Dieser meint ich saehe sehr nett aus und "verspruehe" ein gutes Karma. Er laedt mich prompt zu seinem Geburtstag am selben Abend ein. Nachdem ich ihm unmissverstaendlich erlaeutere, dass ich hetero bin, aber trotzdem gerne kommen wuerde, freut er sich noch mehr, da er meint, dass die Leute selten so offen sind. Er faehrt mich erst zu sich nach Hause, wo er mich auf ein Bier einlaedt und dann zu einem Restaurant, dass er reserviert hat. Ein grosser Tisch mit Einheimischen - alle schwul und einem Franzosen. Das Restaurant wirkt sehr edel und das Essen ist fantastisch. Auf Draengen der anderen werde ich eingeladen - das ist die asiatische Gastfreundschaft. Neben mir am Tisch sitzt ein Fashiondesigner, der dauernd Fotos von mir macht und mich fragt, ob ich nicht am naechsten Abend bei seiner Modeshow auf den Catwalk will. Ich lehne ab, denn der Gedanke, wie ich vor vielen Augen auf irgendeinem Catwalk mit affigen Klamotten rumstolper bringt mich zum lachen. Geschmeichelt bin ich trotzdem.

Der Abend ist wirklich lustig und ich bereue es nicht mitgekommen zu sein. Als sie danach allerdings alle in eine Schwulenbar gehen wollen lehne ich ab und gehe nach Hause - zuviel ist zuviel.

Kuta Beach ist mir alles in allem zu hektisch und zu partybesessen. Ausserdem ziemlich teuer! Morgen ziehe ich an einen anderen Strand, der zwar auch recht touristisch ist, allerdings eine tolle Umgebung mit angeblich wunderbaren Landschaften bietet und auch, nach dem Reisefuehrer, kein Ort fuer wilde Parties ist. Nicht, dass ich was gegen Parties haette, aber ein Ort, der mit Parties wirbt zieht auch die "Mia tringe unser erschtes Bier scho zum Fruehschtueck, weil mia sann ja im Urlaub"-Touristen an. Und auf die kann ich herzlichst verzichten.

Achja - ich bin ja jetzt alleine. Ist natuerlich total anders, aber ich mags. Man ist gezwungen andere Leute kennenzulernen, will man nicht vereinsamen. Man lernt zwar auch zu zweit oder zu dritt Leute kennen, aber lange nicht so viele wie alleine. Waere ich nicht alleine gewesen, waere ich wahrscheinlich auch nicht zu dem Geburtstag von dem Friseur gegangen. War aber eine witzige Erfahrung. Ausserdem ist es immer besser ein paar Locals zu kennen - so habe ich dadurch ein billiges Busticket fuer morgen bekommen. :)

Schaut mal wieder vorbei.

Bis Bald

Euer Julius

Labuan - Leben mit Uncle Jack

Samstag, 28.04.2012

Mit Bus und Faehre fahren wir auf die Duty Free Insel Labuan. Diese Insel wird vom Reisefuehrer nahezu komplett ignoriert und sogar als nicht besuchenswert bezeichnet, da es keine Sehenswuerdigkeiten gaebe und auch sonst nichts biete. Nachdem man aber so lange gereist ist sind es nicht mehr die Sehenswuerdigkeiten, die einen an bestimmte Orte locken. Irgendwann hat man nunmal einfach keine Lust mehr sich irgendwelche Tempel anzuschauen. Ich fuer mich bewerte einen Ort auch nach seinen Einwohnern - und Labuan hat tolle! Wir kommen in einem Gaestehaus unter, was gleichzeitig die Wohnung des Besitzers ist. Dieser stellt sich uns als Uncle Jack vor - so nennen wir ihn dann auch. Ein etwas aelterer Mann, der viel erzaehlt und viel behauptet. Nach seinen Erzaehlungen war er in seinem Leben Chefkoch, Profischwimmer, Ringerchampion und noch ein paar andere Sachen. Wir schlafen zusammen mit ihm in einem Raum, wodurch ein richtiges Gefuehl von zusammen leben entsteht. Das Gesthouse ist sonst eher spaerlich besucht. In unserem Raum ist noch ein anderer Einheimischer namens Edi, mit dessen Freund Izzad und ihm wir uns bald anfreunden.

Die meisten Menschen sind hier wahnsinnig nett und man lernt hier ein ganz anderes Borneo kennen. Was etwas veraengstigend wirken kann ist, dass manche Jugendliche sich aus mir unbekannten Gruenden die oberen vier Zaehne entfernt lassen haben und die Eckzaehne spitz geschliffen haben. Dadurch bekommen sie wirklich nicht das symphatischste Laecheln, sind aber dennoch sehr nett.

Ein weiterer Vorteil der Insel ist das Duty Free Shopping, wodurch vieles billiger ist und es eine groessere Auswahl im Supermarkt gibt. Ich komme hier in den Genuss von einer Milkaschokolade ueber die ich mich wahnsinnig freue. Es sind eben immer auch die kleinen Dinge, die man von zu Hause vermisst.

Blick vom Balkon des Guesthouses. Die ganze Strasse teilt sich den selben Balkon.

Die Gastfreundschaft geht hier soweit, dass wir von Edi und Izzad nahezu zu allem eingeladen werden. Nein sagen ist unmoeglich, will man selbst zahlen nehmen sie das Geld nicht an. Da fuehlt man sich schon wirklich beschaemt deswegen.

Die Tage in Labuan sind sehr sehr heiss, sodass man sich zu Sonnenstunden kaum draussen aufhalten kann. Die Einheimischen verbringen die Zeit entweder in grossen Pool und Snookerhallen oder in Cybercentern, wo sie sich den ganzen Tag gegenseitig virtuell die Koepfe wegblasen. Wir sind oft mit den beiden im Poolcenter und mittlerweile bin ich auch ein akzeptabler Spieler geworden. Abends verbringt man die Zeit oft mit Karaokesingen. Dazu ein kleiner Einschub: Warum auch immer, die Malayen lieben Karaoke ueber alles und so gibt es dazu fast ueberall die Moeglichkeit - im Einkaufszentrum, im Bus und im Club. Als sie mich das erste mal mitnehmen bin ich etwas skeptisch. Ich werde in einen Hinterbereich einer Bar gefuehrt, was dann ploetzlich stark nach den Privatraeumen eines Bordelles aussieht. Privatraum ja - Bordell nein - das ganze war dann gottseidank einfach ein privater Karaokeraum wo man so laut singen kann wie man will - oder jaulen, wie in meinem Fall. Mein Nein wird nicht akzeptiert und mir wird "grosszuegig" ein Lied nach dem anderen zum Singen ausgewaehlt.

Auch Uncle Jack nimmt uns ein paarmal Abends mit. Einmal landen wir in einem komischen Schuppen, indem man von jeder Menge Maedchen angesprochen wird. Dafuer, dass man mit ihnen sprechen darf muss man allerdings zahlen. Da rede ich doch lieber garnicht erst mit denen.

Uncle Jack

Izzad (l.) und Edi (r.)

Insgesamt fuehle ich mich hier sehr wohl. Man bekommt schnell das Gefuehl ein bisschen zu der kleinen Gemeinschaft dazuzugehoeren und wird auch von den Einheimischen akzeptiert.

Ab und zu kommen andere Traveller in dem Guesthouse vorbei, die aber meistens nur 1-2 Tage bleiben. Wir lernen einen Soldaten aus Kanada kennen, der uns spannende Geschichten ueber sich erzaehlt, wie er in Afghanistan durch die Taliban unter Beschuss geriet.

Fantastischer Sonnenuntergang in Labuan.

An seinem Geburtstag laedt uns Uncle Jack zu einem fantastischen 10 Gaenge Menue ein und bedankt sich, dass wir so lange bei ihm geblieben sind. An einem Abend macht er auch extra fuer uns "smashed potatoes", eine Raritaet in Asien.

Achja - wo wir gerade beim Essen sind. Hier gibt es eine Sepzialitaet,. die bei den Einheimischen wahnsinnig beliebt ist. Die Duriang - Koenig der Fruechte genannt. Das Eigenartige an dieser Frucht ist, dass sie stinkt, als kaeme sie direkt aus der Hoelle. Ich assoziiere den Geruch mit verfaultem Fleisch und Harzer Kaese - untertrieben. Aus diesem Grund darf man die Durian auch in keine oeffentlichen Gebaeude mitnehmen.

Durianghaendler in Labuan.

Ich traue mich und gehe mit Edi und Izzad eine Duriang kaufen. Die Schale ist so hart, dass sie mit einem Fleischermesser aufgeschlagen werden muss. Innen befindet sich eine grosse Schleimblase, die bei Beruehrung platzt und ihren Matsch ueberall verteilt - beim Aufplatzen dieser Blase ist der Geruch am intensivsten. In diesen Brei faesst man einfach rein und isst das dann. Augen zu und durch dachte ich. Es schmeckt...furchtbar. Ich weiss nicht ob ich jemals was ekligeres gegessen habe. Es schmeckt zwar deutlich anders als es richt, aber deswegen noch lange nicht gut. Voellig verwuerzt und nach gammligem Chicken und eine breiiige Konsistenz. Nein danke - das war das letzte mal Duriang!

Mittlerweile bin ich schon wieder in Miri und warte hier auf meinen Flug nach Bali. Ab morgen bin ich dann alleine in Asien unterwegs - ich bin gespannt. Ich war schon etwas traurig Labuan zu verlassen, weil ich mich schon beinahe an das Leben dort gewoehnt habe und ja auch Freunde gefunden habe.

So - das war Malaysia. Voellig anders als Thailand, aber gefallen hat es mir trotzdem - nur an manchen Orten nicht. Bali wird da jetzt erstmal wieder eine Touristenfalle, wie ich mir vorstellen kann. Mehr dazu wenn ich es erlebt habe. Auf ueber den Aequator auf die Suedhalbkugel!

Bis Bald

Euer Julius :)

Miri - nichts zu tun

Sonntag, 15.04.2012
Borneo hat sich soweit leider als ein Ort erwiesen, den man nicht unbedingt besuchen muss! Miri bietet da keine Ausnahme, eine unschoene Betonstadt ohne Sehenswertes. Das haben wir uns ein bisschen anders vorgestellt. Auch der im Reisefuehrer hochgelobte Nachtmarkt hier konnte uns in keinster Weise beeindrucken. Es gibt zwar einige interessante Angebote was Dschungeltrekking angeht, aber die Preise sind enorm! Eine Garantie, dass man dabei auch die Tiere sieht, die man sehen moechte gibt es natuerlich nicht. Im schlimmsten Fall laeuft man also zwei Tage bei Regen durch den Dschungel - muss nicht sein! Vor allem wenn wir das in Thailands schon viel billiger hatten! Was mich betrifft habe ich jetzt eine Planaenderung was meine weitere Reise betrifft. Mir geht hier langsam aber sicher das Geld aus, weswegen ich beschlossen habe einen Monat frueher zurueckzukommen! Mir bleibt da eigentlich auch keine grosse Wahl, es sei denn ich moechte mich nur von Reis ohne irgendwas ernaehren x). Somit lasse ich den indonesischen Teil Borneos aus und verlasse Borneo am Ende des Monats und fliege nach Denpasar, Bali. Von dort habe ich noch einen Monat, werde etwas auf Bali bleiben und mir die Insel Java anschauen, bevor es dann am 30.Mai nach Hause geht. Da ich nur ein 30 Tage Visum fuer Indonesien bekommen werde muss ich hier also noch bis Ende April bleiben. In Miri kann man leider echt nichts tun und deswegen werde ich morgen nach Brunei fahren, um von dort auf eine nahegelegene Duty-Free Insel zu fahren, da diese noch recht guenstig sein duerfte! Soweit der Plan! PS: Weder das Erdbeben noch der Tsunami hat uns erreicht, hier ist alles ruhig und mir gehts gut! Ich halte euch auf dem Laufenden. Bis bald Euer Julius

Einschub Teil 2: Wie man in Grosstaedten Asiens Strassen ueberquert, Getraenke in der Tuete und die unreine linke Hand

Mittwoch, 11.04.2012

Hier nochmal ein Einschub darueber was dem durchschnittlichen Europaeer seltsam vorkommen koennte.

Die Ueberquerung einer Strasse:

Waehrend sich bei uns in Deutschland bei jeder winzigen Strasse die Ampel steht, sieht man diese in Asien wohl eher als vergeudete Wartezeit an und laesst sie groesstenteils weg. Was macht man jetzt in einer Metropole wie Kuala Lumpur, wenn man in der Rush Hour auf die andere Seite will? Warten kann man so lange man will, halten wird niemand. Also laeuft man einfach los. Und zwar langsam. Man lauft mit dem Blick in Richtung der Autofahrer und hofft, dass diese langsamer werden. So arbeitet man sich dann von Fahrbahn zu Fahrbahn. Klingt aber alles schwieriger als es ist ;) man muss sich nur daran gewoehnen. Schliesslich fahren hier alle wie schon gesagt sehr sicher, auch wenn es komisch aussieht.

 

Das Getraenk in der Tuete:

Seit dem Film Hangover 2 hat jeder schon von Getraenken in der Tuete gehoert. Und es ist kein Klischee. So kann es durchaus vorkommen, dass man auf einem Markt beim Bestellen eines Getraenkes eine Tuete bekommt - eine Tuete Fanta bitte. Was nicht nur doof klingt, sondern auch doof aussieht ist hier allerdings voellig normal. Getrunken wird das ganze mit dem Strohhalm: guten Durst

 

Die unreine linke Hand:

Fuer die meisten Menschen hier gielt die linke Hand als die unreine Hand. Es ist wahnsinnig unhoeflich jemandem etwas mit der linken Hand zu geben oder zu nehmen. Immer der Rechte, es sei denn es geht gerade nicht anders. Viele Benutzen hier statt Klopapier auch einfach ihre linke Hand! Man wird allerdings nicht dazu gezwungen, Klopapier gibt es ueberall zu kaufen. Beim Beobachten von einigen Einheimischen konnte ich auch schon sehen, dass sie sich vor dem Essen die linke garnicht erst waschen. Oftmals ist auch der Daumennagel der linken Hand grotesk lang, um die Unreinheit zu verdeutlichen. Selbstverstaendlich wird diese auch gewaschen, aber wird dennoch vor allem in sozialen Aktivitaeten kaum verwendet. Da bin ich doch froh, dass ich meine beiden Haende benutzen darf - ich habe ja nicht umsonst zwei!

 

Bis Bald

Euer Julius 

 

Kuching die Katzenstadt = Auf gehts auf Borneo, die drittgroesste Insel der Welt!

Mittwoch, 11.04.2012

Wir fliegen von Singapur in einem ordentlichen Flugzeug nach Kuching und bekommen auch ohne weiteres ein neues 90 Tage Visum. 

Der malaiische Teil von Borneo unterteilt sich in die Gebiete Sarawak und Sabah und den eigenen Staat Brunei. Kuching ist die Hauptstadt von Sarawak und mit mehr als 500.000 Einwohnern auch die Groesste! Kuching heisst auf deutsch Katze und wurde durch ein Missverstaendnis des Entdeckers James Brooke und dem malaiischen Dolmetscher so genannt. Trotzdem dreht sich in dieser Stadt alles um die Katze und so ist diese auch ueberall abgebildet.

Hauptkreuzung in Kuching mit kitschiger Katzenstatue. Die Himmel sehen im uebrigen immer so irre aus. 

Die Stadt bekommt trotz der relativ hohen Einwohnerzahl keine Grosstadtatmosphaere. Grund dafuer ist, dass es keine richtige Innenstadt gibt. Es wirkt alles sehr ruhig.

Fluss in Kuching mit alter Befestigungsanlage im Hintergrund.

Das Wetter ist hier allerdings auch nicht wirklich berauschend und so kommt es hier oft voellig ueberraschend zu Platzregen. Als unerfahrene Farangs bekommen wir das natuerlich immer zu spaet mit und werden zugeschuettet.

Kleiner Tempel in stroemendem Regen.

Dennoch ist die Atmosphaere sehr schoen, an kann ueber den Basar schlendern und fuer wenig Geld tolle handgearbeitete Sachen kaufen, die in Deutschland sicherlich sehr teuer waeren. Muss man allerdings immer ein bisschen aufpassen, weil nicht alles darf ueber die Grenze. Dazu gehoert schon eine Buddhafigur, da diese nicht als Souvenir in einem nichtbuddhistischen Land in der Ecke enden soll, und endet bei illegalen Materialien wie Elfenbein. Abends kommt zumindest am Wochenende Leben in die Stadt und wir schauen einer amerikanischen Gruppe in einer kleinen Konzerthalle bei afrikanischem Tanz und sehr gutem Gesang zu. 

Unsere Unterkunft ist wieder ein Dorm, aber wir sind die einzigen, irgendwie sind hier sehr wenige Traveller unterwegs. Fuehrt leider wieder dazu, dass man wieder ueberall auffaellig angestarrt wird. 

Borneo ist zwar nicht fuer seine Straende bekannt, diese sind so gut wie nicht vorhanden, dafuer aber umso mehr fuer seinen Dschungel und vor allem dessen Bewohner. Auf Borneo gibt es noch frei lebende Orang Utans und die Nasenaffen, die es generell nur auf Borneo gibt. Diese Affen, die durch ihre riesigen Nasen auffallen, sind nach dem Aussehen des Europaeers benannt, na danke! 

Wir gehen in einen riesigen Park, in denen ein paar Orang Utans geschuetzt werden und regelmaessig gefuettert werden, sich aber ohne Kaefig ueberall in dem grossen Dschungelareal bewegen duerfen. Ueberall in den Baeumen sieht man sie herumturnen und laesst sich von ihnen beglotzen, aber das ist ok - man glotzt ja zurueck. 

Auf diesem Bild sind die Orang Utans nur wenige Schritte von uns entfernt! Ohne Absperrung. Weiter als fuer dieses Foto traue ich mich nicht, will ja keine Beschuetzerinstinkte bei der bedrohlichen Mutter ausloesen, wobei Orang Utans ja eher friedlicher Natur sind. Fuer mich als Affenfan aber total toll! Jetzt wuerde ich auch noch gerne Nasenaffen und Koboldmakis sehen, kommt hoffentlich woanders noch. Auf Borneo gibt es jedenfalls viele Angebote was das betrifft, allerdings muss man da des oefteren tiefer in die Taschen greifen, um eine ordentliche Dschungelfuehrung zu bekommen. 

Unsere naechste Station ist Miri, hier werden sich unsere Wege trennen, d.h. ich bin erstmal alleine unterwegs - eine gute Gelegenheit eine solche Reise nochmal aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten.

Schaut wieder vorbei ;)

Bis Bald 

euer Julius

Im Staat Singapur...

Mittwoch, 11.04.2012

Mit einem wirklich luxurioesem Bus fahren wir in den Staat Singapur. Der Grenzuebergang fuehlt sich an wie bei einer Landesgrenze. Wir sind die einzigen "farangs'' (= thailaendische Bezeichnung fuer Auslaender) und werden deswegen von muerrischen Zollbeamten gebeten den ganzen Rucksack auszuleeren, man koennte ja irgendwo Drogen versteckt haben! Trotzdem kommen wir letztendlich ohne Probleme weiter, obwohl es die Beamten etwas gestoert hat, dass wir auf die Frage wo wir in Singapur sind mit "Keine Ahnung" geantwortet haben.

Singapur ist riesig! Die am meisten gesprochene Sprache ist nach meiner Auffassung Englisch, danach kommt Mandarin. So sind auch die meisten Menschen chinesischer Abstammung. Wir kommen in einem coolen Hostel unter, dessen Dorm auf dem Dach nur halb geschlossen ist und somit ein tolles "im Freien schlafen"- Gefuehl entstehen laesst. 

Leider bin ich total erkaeltet, die Leute hier meinen es etwas zu gut mit der Klimaanlage, und bin wenig motiviert viel herumzulaufen. Wir verbringen hier nur eine Nacht, da wir am naechsten Tag den Flug nach Kuching in Borneo nehmen muessen.

Somit sehen wir bis auf das Kolonialviertel und den botanischen Garten nichts von Singapur - eigentlich schade, die ersten Eindruecke haben mir zugesagt. Allerdings wahnsinnig teuer, da fuehlt man sich von den Preisen ja wie in Deutschland!

Bilder habe ich leider auch keine brauchbaren gemacht :-\, Borneo wird da anders, bin mittlerweile auch wieder gesund!

Bis Bald

Euer Julius

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